Ich habe aufgehört zu trinken – und fange jetzt mit dem Essen an. Kennst du das?
- Carola Wasserberg

- 24. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Hallo du,
du hast aufgehört.
Vielleicht mit Alkohol. Vielleicht mit Tabletten. Vielleicht mit etwas, das du noch nicht einmal laut aussprichst – weil du dich schämst, wenn man es hört.
Du hast aufgehört, und das war das Schwerste, was du je getan hast. Es hat dich Nächte gekostet. Beziehungen vielleicht. Den Mut, dich selbst anzuschauen ohne die Substanz, die dich so lange davor geschützt hat.
Und dann – irgendwann in der Abstinenz – hast du gemerkt, dass da etwas anderes gewachsen ist.
Das Essen.
Vielleicht hast du es zuerst gar nicht so genannt. Du hast einfach abends ein bisschen mehr gegessen. Dich beim Stress auf die Schokolade gestützt. Das Frühstück ausgedehnt, weil der Tag draußen zu laut war. Und dann, eines Tages, saßt du um Mitternacht in der Küche und hast gegessen, ohne eigentlich Hunger zu haben – und hast gedacht: „Schon wieder."
Ich kenne dieses Schon wieder. Und ich möchte dir etwas sagen:
Es bedeutet nicht, dass du versagst.
Das Gehirn sucht, was es kennt
Als du noch getrunken hast – oder was auch immer deine Substanz war – hat dein Gehirn etwas bekommen: einen kurzen Moment der Erleichterung. Der Druck wurde kleiner. Die Stimme im Kopf ruhiger. Das Gefühl erträglicher.
Jetzt ist die Substanz weg. Aber das Gehirn erinnert sich. Es weiß, dass es Erleichterung gibt – und es sucht sie. Und dann liegt da das Essen. Immer verfügbar. Legal. Gesellschaftlich akzeptiert. Fast unsichtbar als Problem.
Das ist keine Schwäche von dir. Das ist ein Muster. Und Muster lassen sich verstehen.
Was wirklich dahinter steckt
Für viele Menschen war die Sucht nie nur die Sucht. Dahinter war etwas, das sie nicht fühlen wollten. Oder nicht fühlen konnten. Trauer, die keinen Platz hatte. Wut, die nicht sein durfte. Ein tiefes Erschöpftsein von einem Leben, das sich nie wie das eigene angefühlt hat.
Die Substanz hat das weggespült. Und jetzt ist sie weg – und alles ist wieder da. Lauter als vorher, manchmal.
Das Essen macht genau dasselbe wie die Substanz: Es gibt einen kurzen Atemzug. Einen Moment, in dem das Fühlen aufhört.
Und genau deshalb reicht es nicht, einfach aufzuhören zu essen. Genauso wie es nicht gereicht hätte, einfach aufzuhören zu trinken, ohne zu verstehen, was dahinter steckt.
Was ich mir für dich wünsche
Ich bin Carola Wasserberg. Ich lebe in Potsdam und ich begleite Menschen wie dich – Menschen, die in der Abstinenz kämpfen und merken, dass das Essen die neue Baustelle geworden ist.
Mein Ansatz heißt unDiät. Und er fängt nicht damit an, was du nicht mehr essen sollst. Er fängt damit an, was du fühlen lernst, wenn du nicht mehr isst.
Das klingt einfach. Es ist es nicht. Aber es ist möglich.
Menschen aus Potsdam, aus Potsdam-Mittelmark, aus Brandenburg und aus dem ganzen deutschsprachigen Raum sind diesen Weg mit mir gegangen. Nicht weil sie schwach waren. Sondern weil sie mutig genug waren, noch einmal hinzuschauen.
Du hast bewiesen, dass du das kannst.
Wenn dich dieser Text innerlich berührt hat:
Dann bist du hier richtig.
Schreib mir. Einfach so. Eine Nachricht, ein paar Sätze, eine Frage. Kein Formular, kein Druck. Ich lese alles persönlich und antworte dir selbst.
Du musst nicht wissen, wo du anfangen sollst. Das finden wir gemeinsam heraus.
Mit herzlichen Grüßen aus Potsdam, Carola Wasserberg
unDiät – Coaching bei emotionalem Essen und Suchtverlagerung für Menschen in der Abstinenz. In Potsdam & online. www.undiaet.de
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